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Der 10-Minuten-Website-Selbsttest

10. August 2026 · Das Logbuch von Pixelbucht

Für so eine Prüfung bezahlen Unternehmen zwischen 300 und 1.500 Euro. Der ehrliche Teil, den dir kaum jemand sagt: Rund 80 Prozent davon kannst du selbst erledigen — mit deinem Handy, einem Browser und zehn Minuten Ruhe. Genau diese Anleitung bekommst du hier. Es ist derselbe Prüfkatalog, den unser Bucht-Check automatisch abarbeitet, nur zum Selbermachen aufgeschrieben.

Ein Hinweis vorab: Prüfe nicht deine Website, wie du sie siehst, sondern wie ein Fremder sie sieht. Öffne dafür ein privates Browserfenster (Inkognito-Modus), damit gespeicherte Daten das Ergebnis nicht schönen. Und nimm dein Handy, nicht den Rechner — über die Hälfte deiner Besucher kommt mobil.

Block 1: Erreichbarkeit und Sicherheit (2 Minuten)

Prüfung 1 — Das Schloss-Symbol. Tippe deine Adresse ohne alles ein, nur deine-firma.de. Landet der Browser auf einer Adresse mit https:// und zeigt ein Schloss neben der Adresszeile? Falls nicht, ist das kein Schönheitsfehler: Browser warnen Besucher aktiv vor unverschlüsselten Seiten, und Google stuft sie schlechter ein. Das ist der erste Punkt, den du beheben lassen solltest — meist ist es beim Hosting-Anbieter ein Schalter und kostet nichts.

Prüfung 2 — Die gefühlte Wartezeit. Öffne die Seite im Mobilfunknetz (WLAN am Handy kurz ausschalten). Zähle langsam: einundzwanzig, zweiundzwanzig. Ist bis dahin nichts Lesbares zu sehen, hast du ein Tempo-Problem. Als Richtwerte, mit denen auch wir prüfen: Antwortet der Server unter 0,8 Sekunden, ist alles gut. Zwischen 0,8 und 2 Sekunden wird es spürbar träge. Darüber springen Besucher ab, bevor sie irgendetwas gesehen haben — jede weitere Sekunde kostet messbar Anfragen.

Block 2: Dein Schaufenster bei Google (3 Minuten)

Google zeigt von deiner Website genau zwei Dinge an, bevor jemand klickt: den Seitentitel und die Beschreibung darunter. Das ist deine Anzeige im Schaufenster — und bei den meisten Unternehmen ist sie leer oder Zufall.

Prüfung 3 — Der Seitentitel. Google deine Firma. Steht dort etwas wie „Startseite" oder nur der Firmenname? Ein guter Titel hat 10 bis 65 Zeichen und beantwortet in einem Atemzug: Wer, was, wo. „Müller Sanitär — Heizung & Bad in Osnabrück" schlägt „Willkommen" um Längen.

Prüfung 4 — Die Beschreibung. Der graue Text unter dem Titel im Google-Ergebnis. Wenn du ihn nicht selbst festgelegt hast, bastelt Google sich irgendetwas aus deiner Seite zusammen — selten das Verkaufende. Gut sind 50 bis 165 Zeichen mit einem Grund, zu klicken: Leistung, Ort, ein konkretes Versprechen.

Prüfung 5 — Die Hauptüberschrift. Öffne deine Startseite und frage dich: Steht dort in einem Satz, was ihr für wen tut? Technisch heißt diese Zeile H1, und es sollte genau eine geben. Keine Hauptüberschrift heißt: Weder Google noch Besucher erkennen sofort, worum es geht. Fünf davon heißt: Die Botschaft verwässert.

Block 3: Der Handy-Test (2 Minuten)

Prüfung 6 — Der Daumen-Test. Nimm die Seite auf dem Handy und versuche, nur mit dem Daumen zu navigieren. Musst du zoomen, um Text zu lesen? Sind Buttons so klein, dass du danebentippst? Wird die Seite als geschrumpfte Desktop-Version angezeigt? Dann fehlt sehr wahrscheinlich die mobile Optimierung — technisch oft schon am fehlenden Viewport-Tag erkennbar. Für mehr als die Hälfte deiner Besucher ist das die einzige Version deiner Website, die sie je sehen.

Prüfung 7 — Der WhatsApp-Test. Schick dir selbst den Link zu deiner Website per WhatsApp. Erscheint eine Vorschau mit Bild und Titel — oder nur nackter, grauer Text? Diese Vorschau (technisch: Open-Graph-Daten) entscheidet über den ersten Eindruck, wenn dich jemand weiterempfiehlt. Und Weiterempfehlungen sind für die meisten Betriebe der wichtigste Kanal überhaupt.

Block 4: Vertrauen und Feinschliff (3 Minuten)

Prüfung 8 — Bilder mit Beschreibung. Rechtsklick auf ein Bild deiner Seite, „Untersuchen" (oder frag jemanden, der das kennt): Steht im Code ein alt="…" mit sinnvollem Text? Alt-Texte sind Beschreibungen für Suchmaschinen und Menschen mit Screenreader. Faustregel aus unserem Prüfkatalog: Mindestens 8 von 10 Bildern sollten eine haben.

Prüfung 9 — Das Favicon. Schau auf den Browser-Tab. Siehst du dein Logo als kleines Symbol — oder ein leeres Blatt? Klingt banal, aber bei zwölf offenen Tabs ist das Symbol der einzige Wiedererkennungswert deiner Marke.

Prüfung 10 — Das Impressum-Gefühl. Einmal ehrlich von außen: Wirkt die Seite gepflegt? Aktuelles Jahr im Footer? Öffnungszeiten stimmen? Nichts wirkt so abschreckend wie „Aktuelles: Frohe Weihnachten 2021".

Prüfung 11 — Das Alters-Indiz. Sieht die Seite aus wie 2012? Oft steckt dann auch Technik von 2012 darunter — und die ist nicht nur optisch ein Problem, sondern meist auch langsam, unsicher und mobil unbrauchbar. Ein Indiz, kein Urteil. Aber eines, das deine Besucher unbewusst genauso fällen.

Auswerten: Was zuerst?

Nicht alles wiegt gleich. Wenn du mehrere Baustellen gefunden hast, arbeite in dieser Reihenfolge:

  1. Sicherheit und Tempo zuerst (Prüfung 1–2). Ohne die verliert alles andere seine Wirkung, weil Besucher gar nicht erst ankommen.
  2. Dann Mobil (Prüfung 6). Größter Hebel für die Hälfte deiner Besucher.
  3. Dann das Google-Schaufenster (Prüfung 3–5). Kleiner Aufwand, direkte Wirkung auf die Klickrate.
  4. Zuletzt der Feinschliff (Prüfung 7–11). Macht aus „okay" ein „professionell".

Was ein Selbsttest nicht sehen kann, der Vollständigkeit halber: wie du tatsächlich bei Google rankst, was Besucher auf der Seite wirklich tun und ob aus Besuchern Anfragen werden. Dafür braucht es Messwerkzeuge — aber das ist Kür. Die Pflicht oben kostet dich nur zehn Minuten.

FAQ

Wie oft sollte ich meine Website selbst testen?

Zweimal im Jahr reicht für den kompletten Durchlauf — plus einmal nach jeder größeren Änderung. Tempo und Erreichbarkeit (Block 1) lohnen sich öfter, weil sie sich durch Updates oder Hosting-Probleme unbemerkt verschlechtern können.

Meine Website besteht fast alle Prüfungen, bringt aber trotzdem keine Anfragen. Woran liegt das?

Der Selbsttest prüft das Fundament, nicht die Überzeugungskraft. Wenn technisch alles steht, liegt es meist an drei Dingen: Die Seite sagt nicht klar, für wen sie ist. Sie macht kein konkretes Angebot. Oder der Weg zur Anfrage hat zu viele Hürden — dazu haben wir einen eigenen Beitrag: Warum dein Kontaktformular Anfragen tötet.

Reicht ein kostenloses Online-Tool statt Handarbeit?

Automatische Prüfungen — auch unser Bucht-Check — sind der schnelle Röntgenblick: objektiv, gnadenlos, in Sekunden fertig. Die Handprüfungen oben ergänzen, was kein Tool fühlen kann, etwa den Daumen-Test oder das Impressum-Gefühl. Am stärksten ist die Kombination aus beidem.

Ich habe keine Zeit, die Befunde selbst zu beheben. Was nun?

Die Liste aus diesem Test ist trotzdem Gold wert: Damit kannst du jedem Dienstleister präzise sagen, was zu tun ist — und Angebote vergleichen, statt die Katze im Sack zu kaufen. Ein seriöser Anbieter freut sich über eine konkrete Mängelliste.

Lust auf die Abkürzung?

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